Die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Johannistal am Rande der Süchtelner Höhen wurde ab 1902 erbaut (Bachem 1906)

LVR KLINIKUM VIERSEN

Gartendenkmalpflegerische Begleitung zur städtebaulichen Rahmenplanung + Gestaltungsfibel


Die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Johannistal entstand Anfang des 20.Jh. in landschaftlich reizvoller Lage am Rande der Ortschaft Viersen-Süchteln. Drängende Missstände in den "Irrenheilanstalten" der Rheinprovinz führten ab der 1890er Jahre zu einer Neuorientierung in der Psychiatrischen Versorgung. 1897 wurde auf dem Provinziallandtag der Neubau von drei Heil- und Pflegeanstalten nach den Reformansätzen einer Offenen Psychiatrie beschlossen. Nach Umsetzung der ersten Anlage in Langenberg folgte ab 1902 die Errichtung der Heil- und Pflegeanstalt Johannistal in Süchteln nach gleichem Prinzip. Therapeutische und infrastrukturelle Erfordernisse wurden dabei mit den planerischen Mitteln des Städtebaus und der Gartenkunst umgesetzt. Die Errichtung in Pavillonbauweise mit auf die Nutzung bezogenen Gebäudemodulen, die Einbettung in eine zonierte Garten- und Parklandschaft im "gemischten Sti" sowie die gestalterische Einbindung der gesamten Infrastruktur mit Landwirtschaft, Wasser- und Stromversorgung ergaben ein funktional und ästhetisch bemerkenswertes Gesamtkonzept. 

Therapieansatz, Bautypus und Freiraum wurden konzeptionell zusammenhängend entwickelt (Lorenz)

Das heutige LVR Klinikum Viersen steht mit seiner Gesamteinheit aus städtebaulichen, architektonischen und gartenkünstlerischen Elementen und Strukturen unter Denkmalschutz. Das südliche Areal der Klinikanlage soll aufgrund veränderter Nutzungsanforderungen zukünftig privatisiert werden. Ergänzend zur städtebaulichen Rahmenplanung wurde eine gartendenkmalfachliche Begleitung des Verfahrens beauftragt, um die Belange der Gartendenkmalpflege in die planerische Entwicklung einzubinden. Für den Teilbereich Johannisstraße, der als erstes vermarktet wird, wird zur Zeit eine Gestaltungsfibel aufgestellt. Die Gestaltungsfibel sowie Musterentwürfe zur baulichen Nachverdichtung sollen die Rahmenbedingungen für den denkmalpflegerischen Erhalt und eine qualitätsvolle Entwicklung der Grundstücke im Zuge der Privatisierung stecken.

 

Projektbearbeitung:

 

Städtebaulicher Rahmenplan 2013-2016

In Zusammenarbeit mit Pesch & Partner Architekten Stadtplaner Dortmund

Auftraggeber: LVR Landschaftsverband Rheinland und Stadt Viersen

 

Gestaltungsfibel zum Teilbereich Johannisstraße / seit 2016

In Zusammenarbeit mit Pesch & Partner Architekten Stadtplaner Dortmund

und STRAUSS & FISCHER Historische Bauwerke GbR Krefeld

LVR Klinikum Viersen - Städtebaulicher Rahmenplan südlicher Teilbereich (Pesch / Lorenz)

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© ELKE LORENZ Landschaftsarchitektin │ Düsseldorf 2017